Krefeld ist in tiefer Trauer …

Krefeld ist in tiefer Trauer, sagt eine Krefelderin in Kamera und Mikrofon. Das ist angemessen und nachvollziehbar. In der Nacht zum 01.01.2020 brannte im Krefelder Zoo das Affenhaus nieder. In ihm kamen 30 Tiere, darunter ca. 21 Affen ums Leben. Ein wohl unglückliches Zusammenspiel von Zufall, fehlenden Mitteln und Nachlässigkeiten. Aber ich will hier keine Diskussion über Sinn und Unsinn von Zoos anstimmen. Längst gäbe es einzelne Tierarten ohne die Aufzucht in Tierparks nicht mehr. Andererseits wird die Haltung mitunter zu Recht als fragwürdig angesehen.

„Vor dem Krefelder Stadtzoo haben Anwohner am Donnerstag ein Mahnmal geschaffen, um die über 30 getöteten Tiere, darunter 21 Affen, zu betrauern, die in der Silvesternacht bei einem Brand getötet wurden. Aus fernen Orten und Städten, selbst aus dem Ausland sollen Menschen angereist sein, um ihr Beileid auszudrücken.“

Quelle: RT – Youtube

Noch vor wenigen Jahren hätte ich die Reaktionen auf dieses Unglück uneingeschränkt geteilt. In letzter Zeit wurde meine Trauerfähigkeit allerdings sehr arg strapaziert. Es fällt mir schwer diesen „dankbar“ aufgegriffenen Medienhype nachzuvollziehen, während zeitgleich darüber diskutiert wird, ob ein fast zu Tode geprügelter Polizist in Connewitz mitverantwortlich für sein Schicksal sein könnte.

Gezielte und brutale Gewalt gegen Menschen gehört seit einigen Jahren zum Alltag und wurde zur Privatsache erklärt. Weder öffentliche Anteilnahme noch Rechenschaftspflicht für die Täter ist zu erwarten – weil offenbar nicht gewollt.

Verschwiegen, vergessen, fehlendes Mitgefühl …

Quelle: Refcrime

Zigtausende Fälle von Vergewaltigungen, Gewalttaten mit und ohne Waffen, überwiegend gegen Frauen und ältere Menschen bleiben ohne öffentliche Trauer, ohne Meldungen in den Medien und ohne angemessene Folgen für die Verursacher. Sie bleiben möglichst totgeschwiegen und folgenlos. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Kommt es doch einmal zu Verurteilungen, sind diese eher Placebo, wenn nicht gar lächerlich. Die Opfer bleiben namen-, und gesichtslos – kein Mahnmal, kein Platz in den Medien – wohl weil Sendezeit und die Zahl der Zeilen nicht mehr ausreichen würden.

RefCrime – wider das Vergessen & das Verschweigen …

Aber zum Glück gibt es noch Menschen, die eine Art Trauerarbeit wider das Vergessen leisten und diesen unbetrauerten Opfern Erinnerung zukommen lassen. (Link zur Website …)

„Dieses Projekt wird ausschließlich von Menschen getragen, die sich erhebliche Sorgen um die Sicherheit ihrer selbst und ihrer Angehörigen machen. Wir sind nicht parteilich organisiert, sondern ein Verbund von Durchschnittsbürgern, die sich über das Internet gemeinsam engagieren – freiwillig und unbezahlt in unserer Freizeit. Dabei ist es unerheblich, wie viel Zeit der Einzelne für das Projekt aufwenden kann. Einige sind lediglich wenige Minuten wöchentlich, andere mehrere Stunden täglich dabei, Straftaten, die von Migranten und Asylbewerbern begangen werden, zusammenzutragen und auszuwerten. Unser Ziel ist es nicht, Menschen zu diffamieren oder zu beleidigen. Wir schließen nur die Lücke, die der mediale Mainstream durch ihre fehler- oder lückenhafte Berichterstattung zu diesem Thema hinterlässt. Wir möchten auch andere Menschen ermutigen, sich uns anzuschließen, da die Flut der Straftaten unglaublich hoch ist und unsere Datenbank überquillt.“

Zitat: RefCrime

Ich empfinde es als erschreckend, wenn mich die offiziellen Trauerbekenntnisse um qualvoll gestorbene Tiere fast abstossen, weil sie begleitet werden von der Gleichgültigkeit um vergewaltigte Frauen, erstochene und zu Tode geprügelte Menschen.

Was macht diese Zeit mit uns? Wird Zynismus für die eigene Handlungsfähigkeit notwendig? Wie es scheint, bedarf es den Tod von hilflosen Tieren, dass ich meinen eigenen moralischen Zustand hinterfrage.

Quelle: Twitter

Vielleicht bin ich nur ein Einzelfall und Sie konnten Ihre Mitmenschlichkeit und Ihr Mitgefühl bis hierher bewahren. Ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen. Sie werden sie im kommenden Jahr benötigen.

Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung mit, aber bedenken Sie, dass alles was Sie schreiben, nicht das Geringste mit mir oder meinem Beitrag zu tun hat, sondern ausschließlich mit Ihrer Meinung dazu. Geben Sie dem Geschriebenen daher Würde.