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Beiträge

Dieser Weblog ist aus Zeitgründen entstanden. Ich habe zu viel Zeit, die ich aber nicht mit dem Fernsehprogramm oder anderen Schadmedien totschlagen möchte. Ich habe nicht mehr genug Zeit, um sie mit all dem neuen unsinnigen Blabla und Gaga auffüllen zu wollen. Überwunden geglaubte Zeit wird wieder zu neuem Leben erweckt. Die Diktatur der „Wohlmeinenden“ bestimmt die Themen, das Denken, Sprechen, Schreiben und zunehmend auch das Handeln.

Unsere Kinder & Jugendlichen – längst eine verlorene Generation?

In den letzten Jahren hat sich in Schulen, Medien und sozialen Netzwerken eine neue Sprache breitgemacht. Sie spricht von Freiheit, von Diversität, von Selbstbestimmung. Sie behauptet, eine Welt zu eröffnen, in der jedes Kind, jeder Jugendliche, sofort und ohne Umwege sagen kann, wer er ist, was er fühlt, wie er leben möchte. Auf den ersten Blick klingt dies wie ein Fortschritt. Endlich keine heimlichen Zweifel mehr, kein Verstecken, kein mühsames Ringen mit sich selbst. Stattdessen ein offenes Bekenntnis, abgesichert durch Institutionen, durch Gesetze, durch pädagogische Programme. Doch die glänzende Oberfläche täuscht. Was als Befreiung verkündet wird, ist in Wahrheit ein Katalog von Vorgaben, der mit dem Pathos der Toleranz daherkommt, tatsächlich aber eine neue Form der Abhängigkeit erzeugt. Die Jugendlichen lernen nicht mehr, ihre eigene Sprache zu finden, sondern sie übernehmen vorgefertigte Vokabeln, die aus politischen Programmen stammen. Begriffe wie „Selbstbestimmung“ oder „Genderidentität“ sind keine Entdeckungen der Jugendlichen selbst, sondern Bausteine einer Ideologie, die ihnen früh eingepflanzt wird. Der Preis dieser scheinbaren Freiheit ist hoch: Die eigentliche Suche nach Identität, die immer auch Irrtum, Schmerz und Widerspruch bedeutet, wird ersetzt durch ein fertiges Etikett. Wer einmal ein solches Etikett angenommen hat, wird dazu angehalten, es zu verteidigen, anstatt es zu hinterfragen. Damit verliert die Jugend das, was sie am meisten braucht: den Raum des offenen, tastenden Suchens. Jede Generation hat ihre Krisen. Die Identität eines Menschen entsteht nicht in einem Moment, sondern in einer langen Kette von Versuchen, Irrtümern, Abgrenzungen und Neuanfängen. Das Kind imitiert, der Jugendliche rebelliert, der junge Erwachsene reflektiert. In dieser Abfolge… Weiterlesen »Unsere Kinder & Jugendlichen – längst eine verlorene Generation?

Linke Träume, leere Taschen – ein Essay

Es beginnt immer mit einem Traum. Nicht mit einer Rechnung, nicht mit einem Kontoauszug, nicht mit einer nüchternen Bilanz. Träume haben keine Tabellen, keine Buchhalter, keine Zahlenkolonnen. Sie haben Parolen, Transparente, das Flackern von Fackeln in der Nacht, und die Überzeugung, dass es irgendwo einen Ort gibt, an dem die Menschen frei sind von der Zumutung, rechnen zu müssen. Die politische Linke lebt aus diesem Traum heraus: einer Utopie, die stets größer ist als die nüchterne Kassenlage. Der Traum verspricht eine Welt, in der niemand leer ausgeht. Das Brot auf dem Tisch für jeden, das Dach über dem Kopf, die Bildung als universelles Geschenk, die medizinische Versorgung als selbstverständlich wie die Luft. Und all das nicht nur als Notversorgung, nicht nur als Minimum, sondern als moralisch verbürgtes Recht, als Ansprüche, die aus den Höhen der Geschichte herabgereicht werden wie Tafeln vom Sinai. Doch dieser Traum ist nicht umsonst. Er verlangt nach einer Währung, die sich nicht aus Worten speist. Der Schuldschein, auf den er geschrieben wird, ist das Geld. Und Geld hat eine Eigenschaft, die jeder Traum hasst: Es ist begrenzt. Die Linke beginnt ihre Geschichte im Misstrauen gegen das Geld. Geld sei nicht neutral, sagen ihre Denker, sondern ein Instrument der Herrschaft. Es sei nicht nur ein Tauschmittel, sondern eine Waffe, die Ungleichheit zementiert. Wer viel hat, bestimmt, wer wenig hat, gehorcht. So klingt das Credo, das von Marx über Lenin bis zu heutigen Aktivisten reicht. In dieser Sicht ist Geld nicht einfach Papier oder Zahl im digitalen Netz, sondern das Symbol der Ungerechtigkeit… Weiterlesen »Linke Träume, leere Taschen – ein Essay

Demokratisierung des Wissens durch KI vs. Elitewissen der akademischen Ausbildung

Die Maschine denkt nicht. Sie rechnet. Aber was geschieht, wenn das Rechnen dem Denken so nahe kommt, dass die Unterscheidung verschwimmt wie Tinte im Wasser? Wir stehen vor einer Zeitenwende, die nicht mit dem Donnergrollen von Revolutionen daherkommt, sondern mit dem leisen Surren von Servern, die in sterilen Rechenzentren Tag und Nacht arbeiten. Künstliche Intelligenz verspricht uns die Demokratisierung des Wissens – ein großes Wort, das wie ein Banner über unserer Zeit weht. Doch was bedeutet es wirklich, wenn Jahrtausende akademischer Tradition auf Algorithmen treffen, die binnen Sekunden Antworten liefern, für die Generationen von Gelehrten Lebenswerke geopfert haben? Die Frage ist nicht neu, aber ihre Dringlichkeit ist es. Während die Universitäten noch darüber debattieren, ob ChatGPT eine Bedrohung oder eine Chance darstellt, haben Millionen von Menschen bereits begonnen, ihre Lerngewohnheiten grundlegend zu verändern. Der Teenager in Lagos hat heute Zugang zu denselben Informationen wie der Professor in Harvard. Der Handwerker in Dresden kann sich mit Quantenphysik beschäftigen, während er auf den Bus wartet. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere zeigt uns eine Welt, in der die Unterscheidung zwischen Wissen und Information, zwischen Bildung und Belehrung, zwischen Verstehen und Reproduzieren zusehends verwischt. Es ist, als würden wir Zeugen eines Kampfes zwischen zwei Titanen: auf der einen Seite die traditionelle akademische Bildung mit ihren jahrhundertealten Ritualen der Wissensvermittlung, ihren Hierarchien und ihrer Gatekeeping-Funktion; auf der anderen Seite die künstliche Intelligenz als Prometheisches Feuer, das jedem zugänglich macht, was einst nur wenigen vorbehalten war. Doch wie in allen großen Erzählungen liegt die Wahrheit nicht in… Weiterlesen »Demokratisierung des Wissens durch KI vs. Elitewissen der akademischen Ausbildung