Unsere Kinder & Jugendlichen – längst eine verlorene Generation?
In den letzten Jahren hat sich in Schulen, Medien und sozialen Netzwerken eine neue Sprache breitgemacht. Sie spricht von Freiheit, von Diversität, von Selbstbestimmung. Sie behauptet, eine Welt zu eröffnen, in der jedes Kind, jeder Jugendliche, sofort und ohne Umwege sagen kann, wer er ist, was er fühlt, wie er leben möchte. Auf den ersten Blick klingt dies wie ein Fortschritt. Endlich keine heimlichen Zweifel mehr, kein Verstecken, kein mühsames Ringen mit sich selbst. Stattdessen ein offenes Bekenntnis, abgesichert durch Institutionen, durch Gesetze, durch pädagogische Programme. Doch die glänzende Oberfläche täuscht. Was als Befreiung verkündet wird, ist in Wahrheit ein Katalog von Vorgaben, der mit dem Pathos der Toleranz daherkommt, tatsächlich aber eine neue Form der Abhängigkeit erzeugt. Die Jugendlichen lernen nicht mehr, ihre eigene Sprache zu finden, sondern sie übernehmen vorgefertigte Vokabeln, die aus politischen Programmen stammen. Begriffe wie „Selbstbestimmung“ oder „Genderidentität“ sind keine Entdeckungen der Jugendlichen selbst, sondern Bausteine einer Ideologie, die ihnen früh eingepflanzt wird. Der Preis dieser scheinbaren Freiheit ist hoch: Die eigentliche Suche nach Identität, die immer auch Irrtum, Schmerz und Widerspruch bedeutet, wird ersetzt durch ein fertiges Etikett. Wer einmal ein solches Etikett angenommen hat, wird dazu angehalten, es zu verteidigen, anstatt es zu hinterfragen. Damit verliert die Jugend das, was sie am meisten braucht: den Raum des offenen, tastenden Suchens. Jede Generation hat ihre Krisen. Die Identität eines Menschen entsteht nicht in einem Moment, sondern in einer langen Kette von Versuchen, Irrtümern, Abgrenzungen und Neuanfängen. Das Kind imitiert, der Jugendliche rebelliert, der junge Erwachsene reflektiert. In dieser Abfolge… Weiterlesen »Unsere Kinder & Jugendlichen – längst eine verlorene Generation?