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Beiträge

Dieser Weblog ist aus Zeitgründen entstanden. Ich habe zu viel Zeit, die ich aber nicht mit dem Fernsehprogramm oder anderen Schadmedien totschlagen möchte. Ich habe nicht mehr genug Zeit, um sie mit all dem neuen unsinnigen Blabla und Gaga auffüllen zu wollen. Überwunden geglaubte Zeit wird wieder zu neuem Leben erweckt. Die Diktatur der „Wohlmeinenden“ bestimmt die Themen, das Denken, Sprechen, Schreiben und zunehmend auch das Handeln.

Gedanken zur Wiedervereinigung

Der 3. Oktober ist der Tag, an dem Deutschland sich selbst feiert. Fahnen werden gehisst, Festakte veranstaltet, Reden gehalten, in denen von Freiheit, Einheit und Demokratie die Rede ist, und jedes Jahr wird dabei eine Geschichte erzählt, deren Ende bereits festzustehen scheint: Die Teilung wurde überwunden, die Diktatur beseitigt, Deutschland wiedervereinigt, also sei dieser Tag selbstverständlich ein Grund zur Freude.

Das organisierte Versagen – Wie Deutschland seine Bildung verspielt

Über den Niedergang eines Bildungssystems, die verlorenen Fähigkeiten unserer Kinder und die Frage, weshalb wir ausgerechnet an unserer Zukunft sparen. Es gehört zu den bemerkenswerten Erscheinungen unserer Zeit, dass Deutschland nahezu ununterbrochen über Bildung diskutiert, während die Ergebnisse seines Bildungssystems seit Jahren schlechter werden. Es wird reformiert, evaluiert, digitalisiert und über Chancengleichheit gesprochen. Bildungsminister kommen und gehen, neue Konzepte werden vorgestellt, und regelmäßig versichert man uns, dass die Kinder im Mittelpunkt aller Bemühungen stehen. Die Kinder selbst scheinen davon allerdings immer weniger zu profitieren. Sie können zunehmend schlechter lesen, schreiben und rechnen. Manche haben Schwierigkeiten mit körperlichen Fähigkeiten, die früher zum selbstverständlichen Bestandteil einer Kindheit gehörten. Gleichzeitig verfallen Schulgebäude, es fehlen Lehrkräfte und Unterrichtsmaterialien, und vielerorts wird bereits die Aufrechterhaltung eines geordneten Unterrichts zur Herausforderung. Vielleicht sollten wir uns deshalb einmal von der Vorstellung verabschieden, die deutsche Bildungsmisere sei ein Problem, das sich durch eine weitere Reform, ein zusätzliches Förderprogramm oder eine neue pädagogische Modeerscheinung lösen ließe. Es geht um etwas Grundsätzlicheres. Es geht darum, welchen Stellenwert Bildung in unserer Gesellschaft tatsächlich besitzt. Nicht in Sonntagsreden, sondern im täglichen Handeln. 1. PISA – Die Katastrophe mit regelmäßiger Wiedervorlage Wenn der Leistungsabfall zum Normalzustand wird Die am 8. September 2026 veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeichnen ein ernüchterndes Bild. Deutschlands Fünfzehnjährige erzielten in Mathematik und Lesekompetenz erneut schlechtere Ergebnisse als 2022. In den Naturwissenschaften stagnierten die Leistungen auf dem bereits niedrigen Niveau. In allen drei Bereichen wurden die niedrigsten Werte seit Beginn der deutschen PISA-Teilnahme gemessen. Gegenüber 2015 stieg der Anteil der leistungsschwachen Jugendlichen in Mathematik… Weiterlesen »Das organisierte Versagen – Wie Deutschland seine Bildung verspielt

Europa wird porös – Wer gewinnt, wenn Staaten ihre Kraft verlieren?

Es gehört zu den Eigenheiten untergehender Ordnungen, dass sie ihren eigenen Niedergang selten bemerken. Rom wurde nicht an einem Dienstag geschlossen. Die Sowjetunion funktionierte noch, als sie bereits nicht mehr funktionierte. Institutionen haben die erstaunliche Fähigkeit, länger zu bestehen als das Vertrauen, aus dem sie ursprünglich ihre Legitimität bezogen. Vielleicht ist deshalb das Wort „Zusammenbruch“ für das gegenwärtige Europa falsch. Deutschland existiert. Die Parlamente tagen. Die Banken öffnen morgens ihre Türen. Renten werden überwiesen, Züge fahren – gelegentlich –, Steuerbescheide kommen zuverlässig, Wahlen finden statt. Und doch ist etwas ins Rutschen geraten. Nicht überall gleichzeitig, nicht überall gleich stark und keineswegs nur in Deutschland. Aber besonders in den großen westeuropäischen Staaten lässt sich beobachten, wie politische Handlungsfähigkeit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und finanzielle Belastbarkeit gleichzeitig unter Druck geraten. Das Gefährliche daran ist weniger die einzelne Krise. Europa hat Krisen überlebt. Das Gefährliche ist ihre Überlagerung. Der Staat funktioniert – aber seine Reserven verschwinden Die Europäische Zentralbank erwartet für den Euroraum 2026 noch ein reales Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent. Von einem ökonomischen Zusammenbruch kann also keine Rede sein, auch wenn dieser Zuwachs wohl eher den osteuropäischen Staaten zu verdanken ist. Gleichzeitig liegt die prognostizierte Inflation für 2026 bei 3,0 Prozent. Am 10. September erhöhte die EZB ihre Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte; der Einlagenzins liegt seit dem 16. September bei 2,50 Prozent. Höhere Energiepreise infolge des Nahostkonflikts sind dabei ein wesentlicher Faktor. Genau hier beginnt das eigentliche Problem. Wirtschaftswachstum ist schwach, Energie bleibt teuer, gleichzeitig werden Kredite und Staatsfinanzierung kostspieliger. Hinzu kommen Verteidigung, alternde Gesellschaften, Infrastruktur, Digitalisierung, Energienetze… Weiterlesen »Europa wird porös – Wer gewinnt, wenn Staaten ihre Kraft verlieren?