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Kommentar

Die neue Hexenjagd: Wenn Algorithmen über Kunst richten und Verdacht zum Geschäftsmodell wird

Die neue Inquisition: Wie ein Algorithmus über Künstler richtet und am Verdacht Millionen verdient

Über Pangram, die Hexenjagd gegen KI-Kunst und eine Gesellschaft, die ihre Urteilsfähigkeit ausgerechnet an jene Maschinen abtritt, vor denen sie sich fürchtet.

Es gab einmal eine Zeit, in der man einen Roman lesen musste, bevor man seinen Autor öffentlich vernichtete. Man musste sich mit seinen Gedanken auseinandersetzen, seine Sprache untersuchen, seine Figuren verstehen. Wollte man ihm Betrug vorwerfen, brauchte man Beweise. Nicht unbedingt vor Gericht, aber wenigstens vor dem eigenen Gewissen.
Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein.

Erste Reaktionen zu „KI unter Kunstverdacht“.

Laut unseren Recherchen liegt der Fall anders: Was die Substack-Journalistin Audrey Henson („The Drey Dossier“) in zwei Beiträgen vom März und April 2026 zusammengetragen hat, durch „The Walrus“ und „Futurism“ in Teilen bestätigt und durch den öffentlichen Blogpost des beteiligten Verlagsberaters Thad McIlroy selbst gedeckt, zeigt: Der erste Score (Spero, 23. Januar, auf X) wurde an einer Datei erzeugt, in der OceanofPDF-URLs eingebettet waren. Dass der Tweet 2.125 Aufrufe und 17 Likes erreichte, dann verpuffte. Dass Anfang Februar die Pangram-Verkäuferin Asia Laird ihren Geschäftspartner McIlroy auf den Fall aufmerksam machte. Dass McIlroy seinen Bekannten in Österreich um eine „DRM-freie“ Kopie bat — ein Begriff, der bei einem kommerziell publizierten E-Book in der Praxis im Grunde nur durch piratische Quellen einlösbar ist. Dass die erste Datei sich nicht öffnen ließ, weil sie laut McIlroy „seltsam verschlüsselt“ sei — wahrscheinlich also legitim. Dass die zweite Datei funktionierte, McIlroy aber auf direkte Nachfrage von Drey Dossier nicht angeben konnte, aus welchem Retailer sie stammte. Dass er nie verifiziert hat, ob die getestete Datei das selbstpublizierte Original oder eine kopierte Version war. Pangrams Score auf dieser zweiten, nicht verifizierten Datei: 78,4 Prozent. Beide Scores stammen damit aus Quellen, von denen die eine dokumentiert piratisch ist und die andere durch ihren Tester nie geprüft wurde. Das ist nicht das Bild, das Lytel weitergegeben hat. Es ist das Bild, das die spätere Recherche gezeichnet hat. Lytels Darstellung folgte dem öffentlich Sichtbaren. Das öffentlich Sichtbare reichte nicht. Das systematische Argument meines Buchs, Detektoren erkennen Kunst nicht; Orwell zu 87,2 Prozent, Stoker zu… Weiterlesen »Erste Reaktionen zu „KI unter Kunstverdacht“.