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Fragen zur Moral

Mein Buch: Ahasvers Wanderung – Eine philosophische Erzählung

Mit „Ahasvers Wanderung“ legt der Autor Hermann Selchow, der bereits für seine tiefgründigen philosophischen Texte bekannt ist, einen Roman vor, der eine alte Legende in eine vielschichtige, zeitübergreifende Erzählung verwandelt. Ausgangspunkt ist Jerusalem zur Zeit der römischen Besatzung: Ahasver, ein Schuster, hält an Regeln fest, weil sie ihm Sicherheit geben. In einem entscheidenden Moment verweigert er einem Verurteilten einen Schluck Wasser und wird mit einem Satz in ein Schicksal gestoßen, das ihn nicht mehr zur Ruhe kommen lässt. Von da an ist er gezwungen, weiterzugehen: durch Orte, Zeiten und Ideologien, die sich ändern, während die Grundfragen menschlichen Handelns erstaunlich gleich bleiben. Der Roman entfaltet sich als Folge eindringlicher Stationen, in denen Ahasver erlebt, wie sich das Versprechen von Ordnung in Fanatismus verwandeln kann, wie Fortschritt zugleich Hoffnung und Entmenschlichung bedeutet, und wie Sprache, Bilder und Deutungen Menschen lenken. Selchow verbindet historische Schauplätze mit philosophischer Präzision und zeichnet eine Figur, die nicht als Held inszeniert wird, sondern als Zeuge – oft überfordert, manchmal hart, immer wieder gezwungen, sich dem eigenen Anteil zu stellen. So entsteht ein literarischer Text, der weniger über spektakuläre Wendungen als über moralische Reibung wirkt: über Angst als Triebkraft, über Zugehörigkeit und Ausgrenzung, über Schuld und Verantwortung und über jene kleinen Entscheidungen, in denen sich Menschlichkeit zeigt oder eben nicht. Das Werk kontrastiert die Sehnsucht nach Sicherheit und Gesetz mit der zerstörerischen Kraft von Ideologien, die Menschen in starre Systeme pressen. Ahasver erkennt dabei, dass wahrer Fortschritt nicht in technischen Mitteln oder moralischen Dogmen liegt, sondern in der unmittelbaren Verantwortung gegenüber dem Nächsten.… Weiterlesen »Mein Buch: Ahasvers Wanderung – Eine philosophische Erzählung