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Blog

Das neue deutsche Spießbürgertum im Gewand des Wokismus

Es ist eine merkwürdige Ironie der deutschen Befindlichkeit, dass ausgerechnet jene gesellschaftliche Schicht, die sich einst mit revolutionärem Gestus gegen die Spießigkeit ihrer Eltern auflehnte, heute selbst zur spießbürgerlichsten aller Klassen mutiert ist. Was wir gegenwärtig in Deutschland erleben, ist nicht weniger als die Entstehung eines neuen Bürgertums, das sich in den Gewändern der Progressivität kleidet, dabei aber alle Charakteristika jener kleingeistigen Mentalität aufweist, die es zu überwinden vorgibt. Der Wokismus, ursprünglich als emanzipatorische Bewegung gedacht, ist zum ideologischen Überbau einer neuen Spießigkeit geworden, die ihre moralische Selbstgerechtigkeit mit dem Anspruch auf gesellschaftliche Deutungshoheit verbindet. Die neue deutsche Spießbürgerlichkeit zeigt sich nicht mehr im akkurat gestutzten Vorgarten oder der pünktlichen Zahlung der Vereinsbeiträge, sondern in der obsessiven Befolgung einer komplexen Etikette der politischen Korrektheit. Wo einst die Gardine gezuckt wurde, wenn der Nachbar seinen Rasen nicht ordnungsgemäß mähte, wird heute das soziale Umfeld nach Verstößen gegen die ungeschriebenen Gesetze der Wokeness durchsucht. Der Spießbürger von gestern sorgte sich um den guten Ruf in der Nachbarschaft, der von heute um seine moralische Reputation im digitalen Raum. Die Mittel haben sich gewandelt, die Mentalität ist dieselbe geblieben. Diese neue Spießigkeit manifestiert sich zunächst in einer außerordentlichen Regelgläubigkeit. Während der traditionelle Spießbürger peinlich darauf bedacht war, die gesellschaftlichen Konventionen einzuhalten, befolgt sein wokes Pendant mit religiöser Inbrunst die Dogmen der Identitätspolitik. Jede Äußerung wird auf ihre ideologische Korrektheit überprüft, jede Geste nach ihrer symbolischen Bedeutung abgeklopft. Es herrscht ein Klima permanenter Selbstzensur, in dem die spontane Äußerung durch die kalkulierte Botschaft ersetzt wird. Man spricht nicht mehr, man… Weiterlesen »Das neue deutsche Spießbürgertum im Gewand des Wokismus

Mein Buch: Zwischen Hybris & Angst – Die Krise des modernen Ich

Zwischen Hybris & Angst: Die Krise des modernen Ich – Band 1 + 2 (in deutsch & englisch erhältlich) Ein aufrüttelndes Sachbuch über den Verlust unserer Werte in einer zerrissenen Welt Warum scheint unsere Gesellschaft trotz Fortschritt, Freiheit und Wohlstand orientierungsloser denn je? In „Zwischen Hybris & Angst: Die Krise des modernen Ich“ wird schonungslos offengelegt, wie das moderne Ich zwischen Selbstüberhöhung und tiefer Verunsicherung zerrieben wird – und dabei zentrale humanistische Werte wie Anstand, Loyalität, Verantwortung und Moral verloren gehen. Band 1 betrachtet diese Vorgänge aus individueller Sicht, während Band 2 die gesellschaftlichen Faktoren hervorhebt. Dieses Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Rückbesinnung auf das, was unser Menschsein ausmacht. Es analysiert mit klarem Blick und philosophischer Tiefe, wie Egozentrik, moralische Beliebigkeit und kollektive Ängste unsere Gesellschaft destabilisieren. Statt echter Freiheit erleben wir eine Identitätskrise – und mit ihr das schleichende Verschwinden von Empathie, Solidarität und geistiger Haltung. Dieses Buch lädt Sie ein, innezuhalten. Nachzudenken. Und vielleicht auch, neue Wege zu gehen. Es verbindet philosophische Tiefe mit verständlicher Sprache – und richtet sich an alle, die nicht nur zuschauen, sondern verstehen wollen. Für alle, die spüren, dass unserer Gesellschaft etwas Entscheidendes verloren geht – und die nach Antworten, Orientierung und echter Tiefe suchen. Dieses Buch rüttelt auf – und macht Hoffnung.Für Sie. Für uns. Für eine bessere Gesellschaft. Ein Auszug: Gegenwärtig verschwimmen die Grenzen zwischen dem privaten und öffentlichen Selbst zunehmend. Jeder Moment unseres Lebens wird potentiell dokumentiert und zur Schau gestellt. Wir erleben eine fundamentale Transformation dessen, was es bedeutet, ein modernes Ich… Weiterlesen »Mein Buch: Zwischen Hybris & Angst – Die Krise des modernen Ich

Der Drang der Deutschen zur Selbstzerstörung – Beinahe eine Liebeserklärung

Heute veröffentliche ich den Text aus meiner Vorlesung vom 20. Juli 2025. Ich möchte die „deutsche Seele“ unter mein persönliches Mikroskop legen, um festzustellen, ob wir Deutschen tatsächlich so „unheilbar deutsch“ sind. Auf den ersten und zweiten Blick: „Ja“. Dennoch sehe ich auch Hoffnung für dieses tüchtige Volk, das offensichtlich in allem tüchtig ist – in seiner Selbstzerstörung genauso wie in seiner Auferstehung. Dieser in Essayform verfasste Text befindet sich noch in der Rohfassung und wird als Einleitung zu meinem neuen Buch über deutsche Befindlichkeiten, deren Beziehung zur Macht und Politik, Wirtschaft, anderen Völkern und der Familie dienen. Mein Dank gilt all jenen, die dieser Lesung beigewohnt haben und sich dazu bereits äußerten. Für alle, die diese Lesung verpasst haben, aber dennoch Interesse an dem Text zeigten, hier ein kleiner Auszug für hoffentlich anregende Gespräche: Auszug: Es gibt Völker, die ihre Geschichte wie einen Mantel tragen, würdevoll und selbstverständlich. Und es gibt solche, die sie wie einen Mühlstein um den Hals schleppen, stöhnend unter dem Gewicht vergangener Epochen. Die Deutschen gehören zweifellos zur zweiten Kategorie, wobei sie die bemerkenswerte Eigenschaft entwickelt haben, aus diesem Mühlstein noch zusätzliche Steine zu meißeln, um sich das Leben noch schwerer zu machen. Man könnte dies als eine besondere Form der Kreativität betrachten, wäre es nicht so tragisch produktiv in seiner Destruktivität. Die vorliegende Untersuchung unternimmt den Versuch, diesem eigentümlichen Phänomen auf den Grund zu gehen, wobei der Autor sich bewusst ist, dass er damit ein Terrain betritt, das von Minenfeldern ideologischer Befindlichkeiten durchzogen ist. Doch was wäre die deutsche… Weiterlesen »Der Drang der Deutschen zur Selbstzerstörung – Beinahe eine Liebeserklärung

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