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Blog

Von Höhlenmenschen & Entdeckern

Die Geschichte der Menschheit ist keine Erzählung vom gemeinsamen Vorwärtsschreiten der Spezies. Sie ist die Geschichte einer fundamentalen Spaltung: auf der einen Seite jene, die in ihren Höhlen verharrten, auf der anderen jene wenigen, die es wagten hinauszutreten. Stellen wir uns vor, wie es gewesen sein muss in jener fernen Zeit, als unsere Vorfahren noch in Höhlen hausten. Die Dunkelheit war vertraut, irgendwann spendete das Feuer Wärme, die Wände boten Schutz. Draußen lauerte das Unbekannte: Raubtiere, Unwetter, fremde Stämme. Die Angst war rational, überlebenswichtig sogar. Wer in der Höhle blieb, lebte vielleicht nicht gut, aber er lebte. Warum also hinausgehen? Und dennoch ging einer hinaus. Nicht alle, nicht einmal viele. Einer. Er trotzte der Angst, die seine Stammesgenossen lähmte. Er verließ die schützende Dunkelheit und trat hinaus ins Licht. Was er fand, war nicht nur die Wärme der Sonne auf seiner Haut, sondern die Fruchtbarkeit der Erde, neue Nahrungsquellen, neue Territorien, neue Möglichkeiten des Daseins. Die Höhlenbewohner, die zurückgeblieben waren, haben keine Namen. Ihre Ängste haben keine Chroniken hinterlassen. Sie sind vergessen, restlos, als hätten sie nie existiert. Wir sind nicht ihre Nachfahren. Wir sind die Erben jenes Ersten, der etwas Neues wagte. Diese schlichte Tatsache wird gern übersehen von denen die Gewohntes über alles stellen, die aus dem Vorsichtsprinzip eine Weltanschauung gemacht haben. Doch die Evolution kennt keine Vorsicht. Die Zaghaften verschwinden aus dem Genpool der Geschichte. Die Mutigen prägen ihn. Das Erbe der Entdecker Galileo Galilei schaute durch sein Teleskop und sah, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums war. Eine simple… Weiterlesen »Von Höhlenmenschen & Entdeckern

Tag der Deutschen Einheit 2025: Ein Zwischenresümee

Es war ein angenehmer Herbsttag im Jahr 1990, als die Mauer fiel, nicht mit einem Krachen, sondern mit einem Seufzer der Erleichterung, der sich in Jubel verwandelte. Die Menschen strömten hindurch, Ost und West verschmolzen in einer Umarmung, die noch nach Hoffnung schmeckte. Fünfunddreißig Jahre später, am 3. Oktober 2025, feiern wir den Tag der Deutschen Einheit, und die Fahnen wehen wieder. Doch wenn man genauer hinsieht, flattern sie nicht im Wind der Versöhnung, sondern zerren an Fäden, die sich in den letzten Monaten enger gezogen haben. Ist Deutschland wirklich vereint? Oder ist diese Einheit nur ein Trugbild, ein Schattenspiel auf der Bühne einer Demokratie, die sich selbst entzweit? In diesem Essay werfen wir einen Blick auf die Risse, die sich durch das Land ziehen – anhand der Bundestagswahl im Februar 2025, der schleichenden Repression gegen abweichende Stimmen, der erstarrten Orthodoxie in grün-linkem Gewand und dem Verblassen humanistischer und demokratischer Werte. Lassen Sie uns eintauchen in die Geschichte eines Landes, das sich vereint nannte, aber nie ganz heilen wollte. Stellen Sie sich vor, es ist der 23. Februar 2025, ein grauer Samstagmorgen in Berlin. In einer kleinen Wohnung in Prenzlauer Berg sitzt Anna, eine 45-jährige Lehrerin aus dem Osten, vor ihrem Fernseher. Sie hat die Wahlurne schon früh aufgesucht, hat ihr Kreuz bei der AfD gemacht – nicht aus Hass, sagt sie, sondern aus Protest über die steigenden Mieten, die Schulen, die vor lauter Bürokratie und Ideologie ersticken, und die Politik, die sich um die Ostdeutschen kümmert wie um einen vergessenen Onkel auf der Familienfeier.… Weiterlesen »Tag der Deutschen Einheit 2025: Ein Zwischenresümee

Die Maschine denkt und der Mensch diskutiert

Deutschland, dieses Land der Denker und Dichter, das einst mit Faust rang, ringt nun mit Codezeilen, die Gefühle simulieren. Doch was, wenn diese Simulation nicht nur nachahmt, sondern verletzt? Die philosophische Debatte über den Umgang mit KI entfaltet sich hier nicht als reiner Intellekt, sondern als Schlachtfeld, auf dem menschliche Gefühle angegriffen werden. Fehlerhafte Diskussionen, geprägt von Übertreibungen und Panik, sickern in den Alltag ein und hinterlassen Risse im Gefüge des menschlichen Miteinanders. Es ist eine Geschichte, die sich nicht linear erzählt, sondern in Fragmenten, wie Splitter eines zerbrochenen Spiegels, der die Welt vervielfacht und verzerrt. Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem space auf X (Twitter), der Dampf Ihres Kaffees steigt auf wie ein Seufzer der Maschine. Neben Ihnen flackert ein Handy, auf dem eine Diskussion läuft: Eine junge Aktivistin, das Gesicht vermutlich gerötet von der Leidenschaft, die Sie für Hysterie halten, brüllt in ihr Handy. „KI ist der neue Faschismus!“, ruft sie, und die Kommentare explodieren in einem Feuerwerk aus Emojis und Flüchen. Das ist längst ist kein Einzelfall mehr. Diese Szenen und Diskussionen, die ich hier als Ausgangspunkt wähle, sind nicht erfunden; sie spiegeln die Welle wider, die durch die philosophische Landschaft Deutschlands rollt. Eva Weber-Guskar, die Philosophin aus Bochum, die in ihrem Buch „Gefühle der Zukunft“ von 2025 warnt, dass emotionale KI unser Leben verändert, ohne dass wir es merken, würde vielleicht lächeln – oder weinen. Denn in solchen Debatten wird ihre nüchterne Analyse in einen Kreuzzug gegen die Algorithmen verwandelt, der mehr Emotionen schürt als klärt. Die Debatte beginnt… Weiterlesen »Die Maschine denkt und der Mensch diskutiert

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