Mein neues Buch: KI unter Kunstverdacht
Worum es geht Am Beispiel einer widersprüchlichen Aussage der Autorin Andrea Bartz lässt sich untersuchen, wie die Branche von berechtigten Fragen zur Authentizität bruchlos zu Pauschalbehauptungen über den Leserwillen übergeht. Während Bartz postuliert, das Publikum habe sich bereits gegen „Maschinenbücher“ entschieden, zeigt die Rezeptionsgeschichte des Ballard-Skandals um Shy Girl ein anderes Bild: Das betroffene Buch wurde von den Lesern durchaus angenommen und geschätzt. Die plötzliche Ablehnung war somit keine bewusste Entscheidung des Publikums, sondern das Resultat einer marktpolitischen Intervention, die das Lesen unter neuen Vorzeichen unmöglich machte. Meine Streitschrift analysiert diese Mechanik der stellvertretenden Empörung und hinterfragt, wer hier eigentlich für wen spricht und warum in dieser Art und Weise. Die fünf Essays des Buches gehen den Kernfragen der Debatte nach, ohne sich auf eine der bekannten Seiten zu schlagen. Der erste Essay fragt, was die KI eigentlich ist, wenn wir ehrlich sind. Werkzeug ist zu wenig, Autor zu viel. Die Debatte arbeitet mit Begriffen, die das neue Phänomen verfehlen. Der zweite Essay nimmt den Autorbegriff selbst unter die Lupe und zeigt, dass der romantische Autor, den wir gegen die KI verteidigen, ein historisches Kostüm ist, nicht älter als zweihundertfünfzig Jahre. Der dritte Essay geht zurück bis Aristoteles und fragt, ob die Mimesis – die Nachahmung – die den Vorwurf gegen die KI trägt, nicht die älteste Operation aller Kunst war. Der vierte Essay benennt den Unterschied zwischen Kunst und Kitschflut präzise, an Kriterien, die medienindifferent sind. Der fünfte öffnet den Blick auf die Kunstgeschichte, die solche Umbrüche immer erlebt und am Ende immer absorbiert… Weiterlesen »Mein neues Buch: KI unter Kunstverdacht